Die Feuerwehr Kerbersdorf begleitete die Einweihung des Friedenskreuzes in Kerbersdorf anlässlich des 80. Jahrestags des Kriegsendes 1945 am Donnerstag, 8. Mai 2025.
Von der Einweihung berichtet Bürgermeister Dominik Brasch:
"Friedenskreuz in Kerbersdorf eingeweiht – Erinnern heißt Verantwortung übernehmen
In Kerbersdorf wurde heute im Beisein zahlreicher Bürgerinnen und Bürger, Pfarrer Michael Sippel und Ortsvorsteher Winfried Weber ein Friedenskreuz eingeweiht. Es ist ein stilles, aber kraftvolles Zeichen: für Glaube, Hoffnung, Versöhnung – und für Verantwortung. Mein aufrichtiger Dank gilt dem sehr engagierten Ortsbeirat, der dieses Projekt mit großem Einsatz auf den Weg gebracht hat.
Dass wir dieses Kreuz im Jahr 2025 einweihen, ist kein Zufall. Wir blicken in diesen Tagen auf 80 Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zurück. Ein Krieg, der unvorstellbares Leid über Europa und die Welt gebracht hat – auch über unsere Region. Er hat Millionen Menschen das Leben gekostet, Familien auseinandergerissen und Wunden hinterlassen, die bis heute spürbar sind.
Der 8. Mai 1945 war das Ende des NS-Terrors – ein Tag der Befreiung von einem barbarischen Regime. Und doch war es, wie es Theodor Heuss so treffend formulierte, eine der „tragischsten und fragwürdigsten Paradoxien der Geschichte“, denn viele waren zugleich erlöst und vernichtet. Nicht alle fanden sofort Freiheit. Und manche blieben Jahrzehnte lang entrechtet oder gefangen – in anderen Systemen, hinter neuen Grenzen.
Deshalb müssen wir auch wachsam sein gegenüber politischer Vereinnahmung von Geschichte. Wer heute – wie Russland – von einer angeblichen „Befreiung“ der Ukraine spricht, um einen Angriffskrieg zu rechtfertigen, der handelt nicht in der Tradition des 8. Mai, sondern pervertiert dessen Bedeutung. Gerade wir Deutschen dürfen dieses Narrativ nicht weiterspinnen, sondern müssen entschieden widersprechen – im Namen von Wahrheit, Gedenken und Frieden.
Das Friedenskreuz in Kerbersdorf ist damit weit mehr als ein neues Denkmal. Es ist ein Ort der Erinnerung. Und ein stiller Appell an uns alle: Frieden ist nie selbstverständlich. Demokratie braucht unseren Einsatz. Und Erinnerung beginnt immer vor Ort.
In kleinen Orten wie Kerbersdorf zeigt sich, was Gemeinschaft bedeutet. Dass Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen, Zeichen setzen. Dass wir nicht vergessen, sondern bewusst hinschauen – auch auf die Herausforderungen unserer Zeit. Auf Hass und Hetze, auf Ausgrenzung, auf die Gefährdung unserer demokratischen Kultur.
Erinnerungskultur ist kein Luxus. Sie ist Ausdruck unserer Haltung.
Und wer Haltung zeigt, sichert Zukunft.
Ich danke allen, die zur Errichtung dieses Friedenskreuzes beigetragen haben. Möge es ein Ort der Besinnung und der Hoffnung sein – und uns immer wieder daran erinnern, dass Frieden im Kleinen beginnt. Und dass Demokratie Menschen braucht, die sich einmischen. Insbesondere auch auf der kleinen, örtlichen Ebene – wie heute im schönen Kerbersdorf."
Dominik Brasch, Bürgermeister
Fotos und Text: Dominik Brasch (Bürgermeister), Übermittlung: Kay Hagenbach (Wehrführer)














