Die Feuerwehren im Unterverband Schlüchtern (Schlüchtern, Sinntal, Steinau a.d.Str. und Bad Soden-Salmünster) haben am Montagabend, 17. August 2026 einen sehr gelungenen Unterverbandstag und das 100-jährige Jubiläum mit dem "Großen Zapfenstreich" in Ehren beendet. Etwa 100 Fackelträger/innen der Feuerwehr boten unter Führung von Wehrführer Michael Fritz und mit Begleitung durch die Trachtenkapelle Musikfreunde Weiperz ein imposantes Bild.
Bereits frühzeitig stellten sich die Feuerwehrleute in Uniformen und mit Fackeln auf der Abfahrt vor dem Festzelt auf. Als die Fackeln um kurz nach 21:30 Uhr angezündet wurden und im Zelt die Tradition, Herkunft und der würdige Ablauf des "Großen Zapfenstreiches" erläutert wurden, war klar, dass es gleich losgehen muss. Gespanntes Schweigen lag in der Luft, als Michael Fritz zur Musik den Fackelmarsch in das Zelt anführte. Etwa zwanzig Minuten dauerte die Zeremonie, die ursprünglich aus dem Militär stammt und das protokollarisch höchtrangige Zeremoniell ist. Es wird heute auch bei Ehrungen von Persönlichkeiten (z.B. bei der Verabschiedung des Landrats Erich Pipa am 14. Juni 2017) oder bei Verbandsjubiläen (z.B. 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Salmünster am 18. Mai 2025) veranstaltet.
Zur Abnahme waren Bürgermeister Christian Zimmermann, Landrat Thorsten Stolz, die Stadtbrandinspektion Steinau a.d.Str., Unterverbandsvorsitzender Bernd Schauberger und Kreisverbandsvorsitzender Thomas Walter gekommen. Neben den zahlreichen mitwirkenden Feuerwehrleuten, waren auch Feuerwehrkameraden/innen aus Bad Soden-Salmünster bei der Zeremonie dabei, u.a. aus Huttengrund, Katholisch-Willenroth und Ahl.
Etwa 20 Minuten dauerte die Zeremonie - bei vollem Zelt und etwa 100 Fackeln war der Sauerstoff danach schon gut aufgebraucht, so dass ein Querlüften bei erfrischend kühleren Temperaturen sehr gut tat. Frische Luft atmen ist gesund.













Geschichte des Zapfenstreichs
(Quelle: Großer Zapfenstreich – Wikipedia)
Wenn die Landsknechte zur festgesetzten Abendstunde in das Lager zurückkehren sollten, ging ein Offizier, begleitet von einem Pfeifer oder Trommler, durch die Gaststuben und schlug mit seinem Stock auf den Zapfen des Fasses. Danach durfte der Wirt keine Getränke mehr ausgeben und die Soldaten mussten in die Zelte. Diesen musikalischen Befehl nannten die Landsknechte „Zapfenstreich“. Wer sich ihm widersetzte, wurde hart bestraft. Der Begriff des Zapfenstreiches wurde erstmals 1596 erwähnt. Der sächsische Obristleutnant Johann Friedrich von Flemming beschrieb 1726 diesen militärischen Brauch erstmals ausführlich in seinem Buch „Der vollkommene teutsche Soldat“.
Der Große Zapfenstreich in seiner heutigen Form entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. ordnete während der Befreiungskriege 1813 die Ausweitung des Zapfenstreiches um das Präsentieren des Gewehrs, ein stilles Gebet und das Blasen eines Militärliedes an. Er folgte damit dem Beispiel Russlands, Österreichs und Schwedens. Nicht überliefert ist, welches Musikstück ursprünglich als Gebet gespielt wurde; schon bald setzte sich allerdings der noch heute verwendete Choral Ich bete an die Macht der Liebe durch.
Die seit der Ausweitung mehrfach veränderte Form des Großen Zapfenstreiches mit musikalischem Gebet und Militärmusik stellte der damalige Musikdirektor des Musikkorps des preußischen Gardekorps Wilhelm Wieprecht zusammen. Seine erste Aufführung fand am 12. Mai 1838 in Berlin zu Ehren des russischen Zaren Nikolaus I. statt. Nach der Gründung des deutschen Kaiserreiches 1871 wurde – bei Anwesenheit des Monarchen – vor dem Gebet die Kaiserhymne Heil dir im Siegerkranz intoniert. Seit 1922 erfolgte zum Abschluss der Zeremonie das Abspielen der deutschen Nationalhymne. Inzwischen wird bei Anwesenheit hoher ausländischer Gäste oder Truppenteile auch deren Nationalhymne gespielt.













